montessori labor

Kurskonzept Diplomkurse

Das montessori labor berlin versteht sich als ein Lern-Labor mit heilpädagogischem/inklusivem Blick.

Aufbau des Diplomkurses

300 UE in Präsenz plus ca. 80–100 UE eigene Arbeit; Dauer: ca. 24 Monate.

Der Grundlagen-Diplomkurs des mlb

  • … verbindet Theorie, die Lehre und Anschauung der Praxis und Übungsphasen.
  • … bemüht sich, die Prinzipien der Montessori-Pädagogik auch in der Ausbildung anzuwenden und erlebbar zu machen.
  • … setzt auf die Überzeugungskraft der Montessori-Pädagogik in der Gegenwart, vorausgesetzt, dass die Pädagogik auf diese Gegenwart reagiert, sich weiterhin an den realen Kindern und Jugendlichen orientiert und bereit ist, sich in manchen Punkten zu erneuern.
  • … nimmt Maria Montessori beim Wort, wenn sie sagt, man solle nicht auf ihren zeigenden Finger schauen, sondern auf das Kind, auf das sie zeigt.
  • … sieht sich als ein Angebot, voneinander zu lernen.
  • … verlangt von den Kursteilnehmer*innen viel Aufmerksamkeit, Engagement und Eigenleistung.
  • … gewährt individuelle Anpassungen an die Gegebenheiten der Teilnehmer*innen im Sinne von Individualität, Differenzierung, Inklusion und Respekt vor der Lebenswirklichkeit der TeilnehmerInnen.

Zur Zeit folgt der Ausbildungskurs einem zeitlichen Rhythmus und einer Linearität in der Abfolge der Themenbereiche, der sich etwa wie folgt zusammenfassen lässt:

Einstieg in die Logik und den Aufbau des Kurses

  • Erster Theorie-Überblick (s. Abbildung „Schaubild“, erstellt von Gritje Zerndt), mit Literaturempfehlungen
  • Durch Forschungsfragen angeleitetes eigenes Forschen mit den 5 Einstiegs-Sinnesmaterialien (Rosa Turm, Braune Treppe, Rote Stangen, Einsatzzylinder, Farbige Zylinder) und Auswertung, auch unter mathematischen Aspekten
  • Biographie Maria Montessoris (mit Material und Literatur-Empfehlungen)
  • Beobachtung in der Montessori-Pädagogik – Hospitationen und Hospitationsbericht – Beobachtungsbogen – Bau des „Perlenschiebers“®
  • Überblick über die 13 Sinne und „Untersinne“ bei Maria Montessori

Viele Schlüsselmomente und Schlüsselfragen, ja sogar Schlüssel-Materialien geben durch die Ausbildung hindurch Gelegenheit, Maria Montessori selbst sprechen zu lassen - durch das Vorlesen und Besprechen von Textstellen aus ihren Büchern und Vorträgen.

Der Grundlagen-Diplomkurs ist in 4 Module unterteilt

Durch die 4 Module hindurch zieht sich die theoretische Arbeit durch Impuls-Referate der Dozentin, Gesprächs-Methoden, Referate der Teilnehmenden mit anschließenden Diskussionen.

Die derzeit bewährte Abfolge:

  1. Sinnesschulung (inklusive der Übungen des täglichen Lebens und der Stille)
  2. Mathematik
  3. Sprache
  4. Kosmische Erziehung

Durch das verlässliche 1-Dozentin-Modell (durch 1-2 Dozentinnen realisiert) können die verschiedenen Module und Perspektiven jeder Zeit aufeinander bezogen werden in Vorausschau, Rückschau, Einordnung, Kombination und Querbezügen.

Sinne & Sinnesmaterialien

Theorie und Praxis

In diesem mehrmonatigen „Modul“ erforschen die Teilnehmenden im Kurs ihre eigenen Sinnesfähigkeiten, hauptsächlich anhand der Montessori-Sinnesmaterialien, inklusive heilpädagogischer Fragestellungen; die Montessori-Sinnesmaterialien stehen im Fokus, einzeln und in Kombination, immer im Zusammenspiel mit der realen Lebenswelt der Kinder. Dabei können die Erfahrungen, Interessen und Fragen der Kinder bewusster oder unbewusster Auslöser für die Beschäftigung mit einem oder mehreren Materialien sein. Die Erfahrungen mit der Arbeit am Material sollten wiederum zu Transfer-Erfahrungen in Innen- und Außenräumen führen und nicht in der Beschäftigung mit dem Material enden.

Die Auseinandersetzung mit den Sinnesmaterialien beginnt mit dem eigenen Forschen der Teilnehmenden mit Einstiegsmaterialien. Das dient nicht nur der problemlösenden und erforschenden Annäherung an Thema und Methodik, sondern auch exemplarisch der Beantwortung der Frage, ob Kinder sich den Materialien immer durch unsere Darbietungen nähern. Da das nicht der Fall ist, das eigen-motivierte, individuelle Erforschen der Materialien aber leider nicht in Echtzeit in der Ausbildung nachgestellt werden kann, müssen immer wieder solche exemplarischen Erfahrungen gemacht werden können. Die Forschungsphasen der neuen Kursteilnehmer*innen werden durch Fragen eingeleitet, ebenso durch Beobachtungsaufträge und die Einladung, Möglichkeiten und Grenzen (Begrenztheit) der Materialien auszuprobieren.

Die meisten Materialien werden durch die Dozentin eingeführt, jeweils mit anderen Beobachtungsaufträgen und unterstützt durch Teilnehmende, die stellvertretend für ein Kind oder mehrere Kinder Teil der Darbietung sind. In der frühen Phase der Ausbildung wird dabei viel Raum und Zeit gegeben für grundlegende Fragen zu Darbietungen; Varianten werden durchgespielt und ihre Daseinsberechtigung und Notwendigkeit wird deutlich, betont und forschend abgesichert.

Der Kurs bewegt sich in diesem Modul durch die großen Themen

  • Schulung aller Sinne in Innen- und Außenräumen
  • Umgang mit Wahrnehmungs- und Sinnes-Einschränkungen oder besondere Sensibilität
  • Schulung besonders von Hand, Auge und Koordination
  • Vorbereitung der „3 Hände“
  • Schulung des Formensinnes
  • Übungen des täglichen Lebens und deren Präsentation
  • Übungen/Spiele der Stille
  • Sichere Kenntnis der Materialien
  • Verständnis über das Zusammenwirken der Materialien
  • Verständnis über das Konzept der Materialien als „Schlüssel zur Welt“
  • Verständnis also von der Notwendigkeit zum Transfer
  • Darbietungen und ihre Variationen

Unterstützt werden diese Themen durch die theoretische und praktische Auseinandersetzung mit der Freien Wahl, den Entwicklungsstufen und Sensiblen Phasen, der Polarisation der Aufmerksamkeit, der Rolle der Vorbereiteten Umgebung, der Persönlichkeit und dem pädagogischen Feingefühl der Lernbegleiter*innen, dem Umgang mit Deviation usw..

Den Sinnesmaterialien zur Erfahrung und Vorbereitung der Geometrie wird ein besonderer Stellenwert eingeräumt, unterstützt durch Übungen aus dem Bereich „Geometrie-Werkstatt“.

In dieses Modul werden die Übungen des täglichen Lebens integriert, ebenso wie die Stille-Übungen („the silence game“) und viele theoretische Referate und Diskussionen (s. Theorie).

Dieses Modul endet mit einer Runde, in der jede/r Teilnehmer*in ein Material konzentriert vorführt und es entsprechend des Skriptes theoretisch einordnen kann. Dies dient sowohl dem Training des Einzelnen wie dem Erkenntnis-Gewinn der Gruppe, die die Materialien noch einmal im Zeitraffer vorgeführt bekommt.

Zylinderblöcke mit herausgestellten Zylindern auf einem Tisch, dahinter notierende Kursteilnehmerinnen
Sinnesmaterial verstehen heißt: selbst damit arbeiten.

Übungen des täglichen Lebens (Theorie und Praxis)

In diesem Unter-Modul werden den Teilnehmenden zunächst lern-theoretische Hintergründe dieser Übungen vermittelt und diese auf das Montessori-Vokabular übertragen. Es folgen Darbietungen durch die Dozentin, jeweils mit Beobachtungsaufträgen, wobei auf eine breite Streuung von Übungen geachtet wird; dabei sollen sowohl die Themen Pflege der eigenen Person, Pflege des Raumes oder von Pflanzen und Tieren, soziale Aspekte und „grace and courtesy“ beachtet werden als auch (fein-)motorische Aspekte und Auge-Hand- u.a. Koordinations-Übungen. Die „drei Hände“ werden schon hier erstmals erwähnt.

Die Teilnehmer:innen erhalten viel Übungszeit und eine „Hausaufgabe“, die darin besteht, eine eigene Übung minutiös-auskostend zu erforschen, mitzubringen und sich gegenseitig vorzuführen. Diese kleinen Präsentationen/Darbietungen geben wunderbaren Anlass für Erkenntnisse, „fine tuning“ und das Studium der eigenen nonverbalen Signale. Auch die Arbeit an verschiedenen Arbeits-Tempi ergibt sich fast von selbst.

Übungen der Stille (Theorie und Praxis)

Maria Montessoris Entdeckung der Faszination der Kinder für die tiefe, aktive Stille wird vorgestellt, wobei sie selbst zu Wort kommt. Die Unterschiede zwischen „aktiver“ und „passiver“ Stille werden durch Referent*innen aus dem Kurs recherchiert und vorgestellt. Voraussetzungen für allmähliches Gelingen, Ziele und positive Nebeneffekte werden genannt und eingeordnet. Das „silence game“ wird vorgestellt und praktisch erprobt; dabei werden Übungen mit und ohne die Ellipse („walking the line“) sowie mit/ohne Material und mit/ohne Musik ausprobiert.

  • Zeitgleich: Theorie-Themen

    • Lernen und Bewegung
    • Vorbereitete Umgebung
    • Entwicklungsstufen und Sensible Phasen und der Absorbierende Geist
    • Freiheit und freie Wahl
    • Fehler und Fehlerkontrolle
    • Die „Neuen Erzieher*innen/Lehrer*innen“
    • Polarisation der Aufmerksamkeit

Mathematik

Theorie und Praxis

In diesem Modul steht – unterstützt von weiteren theoretischen und lerntheoretischen Themen – im Vordergrund

  • die Beobachtungen Maria Montessoris zum Mathematischen Geist

  • das Zurechtfinden im Zahlenraum 0-10

  • das Zurechtfinden im Dezimalsystem

  • der Aufbau der Materialien, vertikal und horizontal

  • sicherer Umgang mit den Materialien

  • Verknüpfung der Materialien untereinander

  • Kosmische Erzählung zur Entstehung und Entwicklung der Ziffern und der Null

  • die Materialien (s. Inhaltsverzeichnis und Skript)

  • das Wesen von Addition, Multiplikation, Subtraktion und Division

  • das mathematische Arbeiten mit Material erfolgt parallel linear (Numerische Stangen, Spindelkasten, Farbige Perlen, Streifenbretter, Schlangenspiel, Ketten), in geometrischer Anordnung/Mustern (Ziffern und Chips, Seguin-Bretter II, Dekanomisches System, Goldene Perlen, Quadrate und Kuben…), manchmal auch in grafischer Umsetzung (Koordinations-Bretter für Addition, Multiplikation und Subtraktion, Diagramme, lineare Funktionen/Kurven u.a.).

  • das eigene Entwickeln erster Formeln und Lehrsätze

  • die Anwendung mathematischer Prinzipien im Alltag

  • Zeitgleich: Theorie-Themen

    • Innere und äußere Ordnung
    • Normalisation und Deviation
    • Demut, Gehorsam und Innere Disziplin
    • Die Human Tendencies und Das Menschenbild Maria Montessoris
    • Montessori und der Frieden
Bunte Schnüre und eine Zahlenkarte liegen als Gitter auf einer Wiese
Mathematik wird begehbar und erfahrbar.

Sprache

Theorie und Praxis

In diesem durch die reduziertere Ausstattung mit Original-Materialien kürzeren Modul widmet sich der Kurs den Themen

  • indirekte Vorbereitung auf Lautdifferenzierung, Prosodie, Sprechen und Hören und Klang durch Gespräche, aktives Zuhören, Vorlesen, Kniereiter- und Fingerspiele, Reime, Singen, Musik u.a..
  • indirekte Vorbereitung auf die Entwicklung der 3 Hände durch Übungen des täglichen Lebens, Sinnesmaterialien und viel Bewegung, Spiel und Aktivität.
  • Einordnung der drei sensiblen Phasen der Sprachentwicklung
  • Kosmische Erzählung „Von Ochs und Haus“
  • Dem Buch über den mündlichen Spracherwerb „Das Kreative Kind“ (von der Nebula zu Wortschatz und Grammatik)
  • Dem Buch „Die Entdeckung des Kindes“ zur ungesteuerten Entwicklung von Schreiben und Lesen
  • den Materialien zur Vorbereitung der Schrift
  • der Schriftspracherwerbs-Forschung heute
  • Spielen, Materialien und Übungen für das Lesen
  • Materialien, Film-Materialien und Übungen für den Erwerb von Wortarten-Verständnis und Satzanalyse-Lust
  • einer Fülle von Zusatzmaterialien
  • der Abfolge: Buchstaben werden Worte, aus Worten werden Sätze, aus Sätzen Texte: es erfolgen Anregungen für die kreative und analytische Arbeit mit Texten und Geschichten
  • Fremdsprachen und Mehrsprachigkeit
  • der Einordnung von LRS und anderen Phänomenen, der Rolle der Rechtschreibung und Tipps auch aus Suggestopädie und anderen lerntheoretischen Trickkisten.

Zeitgleich: Theorie-Colloquien und gemeinsame Vorbereitung auf die schriftlichen Abschluss-Interviews und „Sonntagsfragen“.

Papierfigur, die das Adverb repräsentiert, sitzt in einem Hocker.
Wortartengeschichte "10 Freunde am Meer"

Kosmische Erziehung

Bildlicher und theoretischer Überblick gefolgt von Erzählungen, Aktivitäten, Materialien und Projekten.

In diesem letzten und abrundenden Modul wird das Konzept der „Kosmischen Erziehung“ vorgestellt und an verschiedenen Themen exemplarisch erforscht.

Dabei widmen wir uns den folgenden Aspekten:

  • Kosmische Erziehung – was ist das?

  • Grafiken und Charts zur Kosmischen Erziehung

  • Kosmische Erziehung und die Entwicklungsstufen: Grundgedanken

  • Kosmische Erzählungen, Theorie und Vorführungen der „großen Erzählungen“ mit unterschiedlichen Mitteln (physikalische Experimente, Spiralen-Teppich-Geschichte, Kamishibai, Big Book, Mitmach-Version bei der `Nation am großen Fluss´u.a.)

  • Literaturtipps

  • Geschichten, follow-up-activities, Filme und Experimente zu den Themen

    • Entstehung des Universums
    • Entstehung des Lebens auf der Erde
    • Sterne und Planeten
    • Land und Wasser – Kontinente und Meere, Land und Wasser-Formationen, Länder-Puzzles etc.
    • Der Mensch (Biologie, Menschenrechte, Medizin u.a.)
    • (das Reich der) Tiere (Zoologie)
    • (das Reich der) Pflanzen (Botanik)
    • Die Zeit
    • Einladung zur eigenen Entwicklung kosmischer Erzählungen durch Beispiele
    • dem Arbeiten in der Natur, auch Kombinationen von Montessori- und Wald-Pädagogik
    • dem Stellen von Schlüsselfragen und der Nutzung von Nomenklaturen
    • der Beschäftigung mit dem Konzept und Umsetzungen des Erdkinderplans/der Jugendschule.

Zeitgleich: Theorie und Forschungsergebnisse zu folgenden Themen:

  1. Erdkinderplan/Jugendschule, auf dem Lande und in Städten
  2. Alternative Formen der Montessori-Pädagogik in Sekundarschulen
  3. Montessori-Pädagogik weltweit

Zeitgleich: Teilnehmerinnen führen ihre selbsterstellten Materialien (“Meisterinnenstücke) vor

Zeitgleich: Etwa 4-6 Wochen vor Kursende beantworten die Teilnehmer*innen ihre schriftlichen Sonntagsfragen.

Aus rotem Garn gelegter Blutkreislauf auf einem Teppich, dazu Figuren mit Organen und Sinnesorganen
Kosmische Erzählungen: begeisten statt zu erklären.

Diplomvergabe

Den Abschluss des Diplomkurses bildet eine feierliche Abschlusszeremonie mit einer Rede an den Kurs und kleinen Reden für jede/n einzelne/n Kursteilnehmer*in bei der Vergabe des Diploms. Die Teilnehmer*innen erhalten zusätzlich zu Diplom und Beiblatt einen persönlichen Brief, in dem neben Dank und dem Teilen einiger schöner gemeinsamer Erinnerungen auch (nochmals schriftlich) das Feedback für Klausur, Material und Hospitationsbericht erfolgt.

Während der Vergabe der Diplome und als Teil der Reden für die Teilnehmer*innen wird aus jeder schriftlichen Arbeit ein Abschnitt vorgelesen, ein besonders kluges, persönliches, berührendes oder lustiges Textbeispiel.

Ziele und angestrebte Schlüsselkompetenzen der Teilnehmer*innen

(angelehnt an die Formulierungen im Qualitätsrahmen)

  • Die Kursteilnehmer*innen kennen die pädagogischen und anthropologischen Grundlagen der Montessori-Pädagogik. Sie werden in die Lage versetzt, die Montessori-Basiskonzepte (z.B. sensible Phasen und die Rolle der Vorbereiteten Umgebung) adäquat in ihre jeweilige Praxis umzusetzen.
  • Die Kursteilnehmer*innen werden in ihrem eigenen aktiven Entwicklungsprozess hin zu einer achtsamen und wertschätzenden Haltung und kooperativen Beziehungskompetenz begleitet.
  • Die Kursteilnehmer*innen lernen die Kosmische Theorie kennen; sie können ihr pädagogisches Handeln daran orientieren.
  • Die Kursteilnehmer*innen erkennen die Bedeutung der Beobachtung für das Verhältnis Pädagog*in-Kind. Sie kennen die Beobachtungsbereiche des Trainingsbogens und Indikatoren ihrer Ausprägung. Die Kursteilnehmer*innen lernen verschiedene geeignete Formen der Dokumentation der Beobachtungsergebnisse kennen (analog und digital).
  • Die Kursteilnehmer*innen beherrschen die Materialien, die für die pädagogische Praxis der jeweiligen Entwicklungsstufe notwendig sind und ihre grundlegenden

Handlungsschritte.

  • Sie kennen die Konzeption eines „Entwicklungsmaterials“ und können exemplarisch wichtige Materialien, Experimente, Erkundungen etc. einführen und die Arbeit von Kindern begleiten und mit ihnen reflektieren.
  • Sie kennen die direkten und indirekten Ziele eines Materials, eines Experiments, einer Erzählung.
  • Die Kursteilnehmer*innen kennen die Entwicklungsstufen und sensiblen Phasen und werden zur Gestaltung einer aktivierenden, vernetzten Lernkultur befähigt.
  • Das Curriculum vermittelt den Kursteilnehmer*innen das Pädagog*innen-Leitbild als Handlungsideal für die Arbeit von Montessori-Pädagog*innen an sich selbst, mit Kindern und Jugendlichen, mit ihrer Bildungseinrichtung, mit Eltern und mit der Öffentlichkeit.

Teilnehmerbeiträge

In keiner der im Anhang genauer beschriebenen Leistungen werden die Teilnehmer*innen mit Zensuren bewertet. Es gibt auch nicht die Möglichkeit durchzufallen. Die Beiträge werden intensiv vorbereitet – soweit es geht, in der Gruppe – und konzentriert durchgeführt.

Die Erfahrung zeigt, dass es möglich ist, denen, die in ihrer bisherigen Biografie Prüfungsängste entwickelt haben, diese Ängste zumindest für die hier durchgeführte Ausbildung wieder zu nehmen. Obwohl unsere „Runden“ praktischen und mündlichen Prüfungen entsprechen würden und unsere schriftliche Form des „Sonntagsfragen“-Formats vermutlich einer Klausur gleichkommt, entstehen zwar sehr konzentrierte Darbietungen und Leistungen, die Teilnehmer*innen äußern jedoch im Verlauf der Ausbildung regelmäßig ihr Erstaunen über die Sinnhaftigkeit und den Lerngewinn, den sie aus diesen Zwischenbilanz-Situationen ziehen.Nach dem Schreiben der „Sonntagsantworten“ wird in der Regel berichtet, dass die Teilnehmer*innen ein „ownership“-Gefühl und viel Montessori-Selbstbewusstsein entwickelt haben.

Es ist mir ein Bedürfnis zu zeigen, dass es Prüfungen im Sinne des Montessori-Gedankens geben kann, die den „Geprüften“ selbst Gelegenheit zur Selbsteinschätzung und zu Rückkopplung geben. Wenn Präsentations- und Feedback-Situationen gemeinsam gut vorbereitet werden und angstfrei erfolgen können, werden überraschend hohe Niveaus erreicht und Kräfte gebündelt, die die Teilnehmer*innen manchmal selbst nicht für möglich gehalten haben.

Online-Arbeit

Seit 2020 hatte auch das montessori labor die Gelegenheit und Verpflichtung, sich schnell technisch neu aufzustellen und auszustatten.

Nachdem wir durch unterschiedliche Phasen und Experimente gelernt haben, ist es derzeit Standard, dass ein Teil der Seminargruppe vor Ort in Präsenz teilnimmt, ein Teil online zugeschaltet ist (3-Kamera-Technik) und ein paar Teilnehmende asynchron teilnehmen; durch Teil-Aufzeichnungen, Film-Material im Padlet und Fotos, die die in Präsenz Teilnehmenden während des Treffens machen und prompt weiterversenden, bemühen wir uns um viele Möglichkeiten, im Kurs nicht den Anschluss zu verlieren, sondern „dabei“ zu bleiben.

Die Online-Teilnehmenden bekommen jeweils einige Tage vorher Informationen und Tipps, wie sie während des Treffens aktiv teilnehmen können durch

  • Ausleihen von Materialien
  • Basteln von Materialien (Vorlagen und Tipps werden gegeben)
  • Annäherungen und Transfer durch Haushalts-Gegenstände
  • Texte
  • Filme, die vorher, während des Treffens oder/und hinterher zur Verfügung stehen